Schiebeelemente
Schiebeelemente vergleichen:
Die Öffnung entscheidet mit.
Für dieselbe Wandöffnung gibt es mehrere Lösungen, und sie unterscheiden sich mehr in der Bedienung und im baulichen Aufwand als im Aussehen. Dieser Artikel ordnet die drei üblichen Bauarten ein.
Hebeschiebetür
für große und schwere Elemente
Parallelschiebe-Kipp
für mittlere Formate
Terrassentür, Dreh-Kipp
für schmale Öffnungen
Immer entscheidend
Sturz, Auflager, Schwelle, Entwässerung
Direkte Antwort
Welche Bauart passt für meine Terrassenöffnung?
Bei großer Breite und schwerem Flügel die Hebeschiebetür, bei mittleren Formaten die Parallelschiebe-Kipp-Lösung, bei schmalen Öffnungen die klassische Dreh-Kipp-Tür.
Die Bauart ist aber nur die halbe Antwort. Ob eine Lösung tatsächlich machbar ist, entscheiden Sturz, Auflager, Schwelle und Entwässerung. Bei sehr breiten Elementen ist nicht die Bauart die Grenze, sondern das, was der Bau tragen kann.
Deshalb steht am Anfang die Frage, was die Öffnung hergibt, und erst danach die Frage, welche Bauart gewünscht ist.
Fachliche Erklärung
Drei Bauarten, drei Bedienlogiken.
Der sichtbarste Unterschied ist, wie sich der Flügel bewegt. Daraus folgt fast alles Weitere: Durchgang, Platzbedarf, Schwelle und Aufwand.
| Merkmal | Hebeschiebetür | Parallelschiebe-Kipp | Terrassentür, Dreh-Kipp |
|---|---|---|---|
| Bewegung | Flügel wird angehoben und läuft seitlich | Flügel fährt parallel heraus und schiebt | Flügel dreht in den Raum |
| Durchgang | volle Breite eines Flügels frei | etwas reduziert | Flügel steht im Raum |
| Platz im Raum | keiner nötig | keiner nötig | Schwenkraum nötig |
| Lüften | Spalt durch leichtes Öffnen | Kippstellung möglich | Kippstellung möglich |
| Gewicht | hoch, Beschlag darauf ausgelegt | mittel | wie beim Fenster |
| Schwelle | flache Ausführung möglich, Planung nötig | meist niedrigere Bauhöhe | wie beim Fenster |
| Baulicher Aufwand | höher, Auflager und Entwässerung entscheidend | mittel | gering |
Seitlich wischen
Maximale Breiten und Gewichte nennen wir hier nicht: Sie hängen am System und stehen in den Unterlagen des jeweiligen Herstellers.
Entscheidungshilfe
Was die Öffnung hergeben muss.
Diese Skalen ordnen die Anforderung ein. Wo im Einzelfall die Grenze liegt, entscheidet die Statik und nicht der Wunsch.
Sturz über der Öffnung
Eine bestehende Öffnung zu erweitern ist etwas anderes als ein Element im Neubau. Beides geht, der Aufwand unterscheidet sich deutlich.
Auflager unter der Schwelle
Ein Schiebeelement bringt viel Gewicht auf wenig Fläche. Setzt sich der Untergrund, läuft der Flügel irgendwann schwer.
Wasser vor der Schwelle
Je flacher die Schwelle werden soll, desto wichtiger ist, was vor ihr passiert. Das ist keine Detailfrage, sondern die Voraussetzung.
Weg zum Einbauort
Bei schweren Elementen ist der Transport an den Einbauort kein Detail, sondern eine eigene Aufgabe in der Planung.
Einbaubezug
Die Schwelle ist der anspruchsvollste Punkt.
Unten trifft das Element auf den Bodenaufbau, und dort fällt Wasser an. Gleichzeitig soll die Dichtungsebene umlaufend anliegen, auch über die ganze Breite eines schweren Flügels.
Deshalb ist die Frage nach der Schwellenhöhe keine Komfortfrage, sondern eine Ausführungsfrage. Was an Bauhöhe für die Abdichtung fehlt, muss durch Gefälle, Rinne oder Überdachung ersetzt werden.
- Dichtungsebene muss auch unten umlaufend anliegen
- Gefälle und Entwässerung gehören zur Planung, nicht zur Nacharbeit
- eine Pfütze vor der Schwelle ist ein Ausführungs-, kein Wetterproblem
- bei großen Glasflächen gehört die Verschattung in dieselbe Planung
Typische Fehler und Missverständnisse
Was bei großen Elementen unterschätzt wird.
-
Annahme„Breiter geht immer, es kostet nur mehr.“
TatsächlichDie Grenze setzt selten der Preis. Sturz, Auflager und der Weg zum Einbauort entscheiden früher darüber, was machbar ist.
-
Annahme„Ein schwergängiger Flügel ist bei der Größe normal.“
TatsächlichIst er nicht. Ein sauber ausgerichtetes und eingestelltes Element lässt sich mit einer Hand bewegen.
-
Annahme„Schiebeelemente sind undichter als Fenster.“
TatsächlichSie stellen höhere Anforderungen an die Ausführung, besonders an der Schwelle. Gut geplant und eingebaut sind sie nicht undichter.
-
Annahme„Die Verschattung kann später kommen.“
TatsächlichNachträglich sitzt der Kasten außen vor der Fassade. Gemeinsam geplant gibt es mehr Auswahl und die sauberere Lösung.
Häufige Fragen
Zu Schiebeelementen.
Wie breit kann ein Element maximal werden?
Eine allgemeine Zahl nennen wir hier nicht.
Die maximale Breite hängt am System, am Beschlag, am Glasaufbau und daran, was Sturz und Auflager tragen. Diese Werte stehen in den Unterlagen des jeweiligen Herstellers. Was an Ihrer Öffnung möglich ist, klärt sich beim Aufmaß.
Ist eine motorische Bedienung sinnvoll?
Bei sehr großen oder häufig bewegten Flügeln kann sie das sein.
Der Komfortgewinn ist echt, es kommt aber Technik mit Stromanschluss hinzu. Bei einem gut eingestellten Element normaler Größe ist die Bedienung von Hand meist völlig unproblematisch.
Was ist mit Einbruchsicherheit bei so viel Glas?
Sie folgt denselben Regeln wie beim Fenster.
Verriegelungspunkte, stabile Schließteile, Verbundglas und die Verklebung im Flügel wirken zusammen. Bei einer Terrassenöffnung im Erdgeschoss ist das ein Punkt, der von Anfang an mitgeplant gehört.
Grundlage und Grenzen
Worauf dieser Artikel beruht.
- Grundlageallgemein anerkannte bauphysikalische und handwerkliche Zusammenhänge, herstellerneutral formuliert
- Nicht enthaltensystemspezifische Kennwerte, Prüfklassen, Preise, Fristen und Lieferzeiten; solche Angaben stehen im Datenblatt des jeweiligen Systems
- Externe Quellenfür diesen Artikel nicht herangezogen; er nennt bewusst keine Zahlen, die ohne Beleg im Einzelfall falsch wären
Passt die Bauart zu Ihrer Öffnung?
Je früher wir Untergrund, Sturz und Schwelle sehen, desto weniger Überraschungen gibt es später.