Montage und Abdichtung
Die Fuge ist Teil des Bauteils,
nicht der Rest davon.
Zwischen Rahmen und Wand entsteht eine Fuge. Ob sie als System aufgebaut oder nur verfüllt wird, entscheidet über Dichtheit, Feuchte im Mauerwerk und darüber, wie lange das Element leicht läuft.
Prinzip
innen dichter als außen
Drei Ebenen
innen luftdicht, Mitte gedämmt, außen schlagregendicht
Befestigung
Tragklötze und Befestigungsmittel nach Untergrund und Elementgröße
Ablauf
sechs Arbeitsschritte in fester Reihenfolge
Kurz beantwortet
Warum ist die Fuge so wichtig?
Weil ein dichtes Fenster in einer undichten Fuge kein dichtes Fenster ist – die Anschlussstelle entscheidet über das Ergebnis.
Der Anschluss zur Wand hat drei Ebenen: innen luftdicht, in der Mitte dämmend, außen schlagregendicht und dampfdurchlässig. Innen muss dichter sein als außen, sonst wandert Feuchtigkeit in die Fuge und bleibt dort.
Was daraus im Einzelfall folgt, hängt an Laibung, Untergrund und Anschlusssituation. Deshalb wird der Anschluss beim Aufmaß geplant und nicht am Einbautag entschieden.
Prinzip
Innen dichter als außen.
Warme Raumluft enthält Feuchtigkeit. Kommt sie in die kalte Fuge, kühlt sie ab und gibt Wasser ab. Deshalb muss die innere Ebene dichter sein als die äußere: Was innen nicht hineinkommt, kann in der Fuge nicht kondensieren. Was trotzdem hineingelangt, muss nach außen entweichen können.
Dieses Prinzip ist der Grund für den dreistufigen Aufbau. Ein Bauschaum allein erfüllt keine dieser drei Aufgaben zuverlässig, er füllt nur den Raum.
- 01innen luftdicht Folie oder Dichtband, damit feuchte Raumluft nicht in die Fuge zieht
- 02Mitte gedämmt Dämmebene ohne Hohlraum, damit die Fuge keine kalte Stelle bildet
- 03außen schlagregendicht abweisend gegen Regen, zugleich dampfdurchlässig nach außen
Befestigung
Das Element muss tragen, nicht nur sitzen.
Ein Fenster nimmt Windlast auf und trägt sein eigenes Gewicht. Beides muss in die Wand geleitet werden, ohne dass sich der Rahmen verzieht.
Ausrichten
Lot, Waage und Diagonale stimmen, bevor irgendetwas fixiert wird. Ein schief eingebauter Rahmen lässt sich später nicht wegjustieren.
Tragklötze
Das Gewicht ruht auf Klötzen an definierten Punkten, nicht auf dem Schaum und nicht auf den Befestigungsmitteln.
Befestigungsmittel
Art und Abstand richten sich nach Untergrund und Elementgröße. Lochstein, Vollstein, Beton und Dämmebene verlangen unterschiedliche Lösungen.
Kein Verzug
Beim Anziehen darf sich der Rahmen nicht verziehen, sonst schließt der Flügel ungleichmäßig und die Dichtung liegt nur teilweise an.
Verleistung
Innen und außen wird der Anschluss so geschlossen, dass die Abdichtungsebenen geschützt bleiben und die Fuge sauber abschließt.
Am Einbautag
Sechs Arbeitsschritte, die sich nicht vertauschen lassen.
Jeder Schritt setzt den vorigen voraus. Was hier übersprungen wird, lässt sich später nicht nachholen, ohne das Element wieder auszubauen.
Schützen und ausbauen
Wege, Boden und Möbel im Arbeitsbereich werden abgedeckt und eine Stellfläche für die Elemente eingerichtet. Danach kommt das alte Element heraus und der Anschluss wird freigelegt.
- Im bewohnten Bestand wird raumweise gearbeitet, nicht alles auf einmal geöffnet.
- Erst beim Ausbau zeigt sich, wie der alte Anschluss wirklich ausgeführt war.
Untergrund prüfen und vorbereiten
Der freigelegte Untergrund wird beurteilt: Tragfähigkeit, Zustand des Putzes, Feuchte und Ebenheit. Lose Teile kommen weg, denn keine Abdichtung hält auf einem Untergrund, der selbst nicht hält.
- Ein weicher oder beschädigter Grund verlangt ein anderes Befestigungsmittel.
- Findet sich hier eine Überraschung, wird sie besprochen und nicht überklebt.
Ausrichten und klotzen
Das Element wird in Lot, Waage und Diagonale gebracht und auf Tragklötzen abgesetzt. Das Gewicht ruht auf diesen Klötzen, nicht auf dem Schaum und nicht auf den Befestigungsmitteln.
- Ein schief eingebauter Rahmen lässt sich später nicht wegjustieren.
- Die Klotzung sitzt an definierten Punkten, nicht dort, wo gerade Platz ist.
Befestigen ohne Verzug
Art und Abstand der Befestigungsmittel richten sich nach Untergrund und Elementgröße. Beim Anziehen darf sich der Rahmen nicht verziehen.
- Lochstein, Vollstein, Beton und Dämmebene verlangen unterschiedliche Lösungen.
- Zieht sich der Rahmen zusammen, liegt die Dichtung später nur teilweise an.
Fuge in drei Ebenen aufbauen
Innen die luftdichte Ebene, in der Mitte die Dämmung ohne Hohlraum, außen die schlagregendichte und zugleich dampfdurchlässige Ebene. Diese Reihenfolge ist das eigentliche Handwerk an dieser Stelle.
- Die innere Ebene muss dichter sein als die äußere, sonst wandert Feuchte hinein.
- Schaum kann die mittlere Ebene bilden, die beiden anderen ersetzt er nicht.
Verleisten und einstellen
Innen und außen wird der Anschluss so geschlossen, dass die Abdichtungsebenen geschützt bleiben. Zuletzt werden die Beschläge eingestellt, die Funktion geprüft und das Altmaterial mitgenommen.
- Der Anpressdruck der Dichtung wird erst im eingebauten Zustand richtig einstellbar.
- Die Bedienung wird gezeigt, bevor wir die Baustelle räumen.
Diese sechs Schritte sind die Reihenfolge, in der wir arbeiten. Was dabei zusammenpassen muss, steht darüber – die Ausführung im Einzelfall hängt an Laibung, Untergrund und Anschlusssituation. Nach dem sechsten Schritt folgen die Arbeiten, die den Anschluss sichtbar abschliessen: Fensterbank innen und außen, Laibung, Putz- oder Spachtelarbeiten. Wer sie ausführt, wird vorher festgelegt – im Komplettpaket koordiniert.
Häufige Fragen
Zur Ausführung.
Reicht Bauschaum als Abdichtung nicht aus?
Nein. Schaum dämmt, aber er dichtet nicht dauerhaft ab.
Schaum ist nicht luftdicht im Sinne der inneren Ebene, er ist nicht dauerhaft schlagregendicht nach außen, und er ist nicht UV-beständig. Er kann die mittlere, dämmende Ebene bilden. Die beiden anderen Ebenen braucht es zusätzlich.
Muss innen neu verputzt werden?
Nicht zwingend. Es hängt am Zustand der Laibung und an der gewählten Verleistung.
Wenn die Laibung intakt ist und mit Leisten gearbeitet wird, bleibt der Putz meist unangetastet. Ist der Putz beschädigt oder ändert sich die Einbautiefe deutlich, ist eine Nacharbeit ehrlicher als eine überdeckte Fehlstelle. Das legen wir beim Aufmaß fest.
Warum muss ein neues Fenster eingestellt werden?
Weil erst im eingebauten Zustand sichtbar wird, wie die Dichtung anliegt.
Der Anpressdruck wird über die Beschläge geregelt. Ist er zu gering, zieht es. Ist er zu hoch, geht das Fenster schwer und die Dichtung leidet. Diese Einstellung gehört zur Montage und nicht in eine spätere Reklamation.
Was passiert mit den alten Fenstern?
Wir nehmen sie mit und entsorgen sie.
Das gilt auch für Verpackungsmaterial der neuen Elemente. Was an Ihrer Baustelle bleibt, ist ein geräumter Arbeitsbereich.
Etwas unklar an der Ausführung?
Technische Fragen lassen sich am Telefon oft in wenigen Minuten klären.